Brandenburg spürt den Klimawandel bereits deutlich: Längere Dürreperioden, mehr Hitzetage und sinkende Grundwasserstände fordern Städte und Gemeinden heraus. Vor diesem Hintergrund erörtete das Klimabündnis Stadtentwicklung im Rahmen des ersten “Praxisdialogs vor Ort”, wie Quartiere, Gebäude und Infrastrukturen klimaresilient gestaltet werden können und welche Lösungen sich bewährt haben.
Die Veranstaltung führte die Teilnehmenden ins Stadtquartier Krampnitz, eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Brandenburgs und ein Vorbild für nachhaltige und zukunftsorientierte Quartiersplanung. Im Mittelpunkt standen Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung in der Quartiersentwicklung sowie technisch-bauliche Konzepte für klimaresiliente Wohn- und Versorgungsstrukturen.



Vor dem Rundgang durch das Quartier erläuterte David Oberthür, Projektleiter Krampnitz der Entwicklungsträger Potsdam GmbH, die städtebauliche Planung des Quartiers und dessen Entwicklung zu einem nachhaltigen Stadtteil. Er stellte die Leitideen, bereits umgesetzte Maßnahmen und die weiteren Entwicklungsschritte vor . Dabei ging er auch auf das Mobilitätskonzept, das Projektmanagement und die spezielle Situation des Entwicklungsgebietes ein. Während des Rundgangs zeigte er, wie Themen wie Regenwassermanagement und Freiraumgestaltung in die Entwicklung des neuen Stadtquartiers einfließen und welche fachlichen, technischen und organisatorischen Herausforderungen insbesondere beim Bau der klimagerechten Infrastrukturen zu bewältigen sind. Dabei wurde klar, dass Kompromisse nötig sind und gefunden werden können – etwa im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz Natur- und Artenschutz und den späteren Miet- und Erwerbskosten der Wohnungen.
Anja Vogel, Teamleiterin Technisches Immobilienmanagement der Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft mbH, berichtete unterwegs über ihre Erfahrungen mit der klimaangepassten Weiterentwicklung von Bestandsquartieren, darunter Hennigsdorf-Nord. Anhand konkreter Beispiele zeigte sie, welche Maßnahmen sich in der Praxis bewährt haben und welche Herausforderungen bei der Anpassung bestehender Wohngebiete zu meistern sind. Sie betonte, dass bei der Anlage von Rigolensystemen der Aufwand für Betrieb und Pflege mitbedacht und kalkuliert werden muss.



Die Exkursion bot einen praxisnahen fachlichen Austausch zwischen Unternehmen, Kommunen und weiteren Beteiligten. Anhand konkreter Beispiele wurden unterschiedliche Ideen und Ansätze zur Umsetzung diskutiert. Die Gespräche zeigten, dass das Niederschlagsmanagement lokal zu unterschiedlichen Lösungen führt, aber für die Teilnehmenden bereits Alltag ist. Anders verhält es sich bei der Prävention von Hitzebelastungen und der Kälteversorgung – hier stehen wir, nicht nur in Brandenburg, noch am Anfang.


Weitere Informationen zum Stadtquartier Krampnitz finden Sie hier.
Über das Quartier Hennigsdorf-Nord können Sie sich hier informieren.
(C) Fotos: Swantje Koslik / Nicola Krettek
